EN | DE
Suche in:

Nordzucker Post 1/2026 - 22. Januar 2026

Gemeinsam stark: Erfolgreiche Kampagne und konsequente Schritte für die Zukunft

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

er war kurz und knackig; der Wintereinbruch zu Beginn des Jahres stellte die Rübenlogistik in einigen Regionen vor Herausforderungen, konnte aber die durchweg erfolgreiche Kampagne nicht nennenswert beeinträchtigen. In Finnland und Litauen endete sie im Dezember, Deutschland und Schweden folgten in der zweiten Januarhälfte und bis Anfang Februar werden die letzten Rüben dieser Saison in Dänemark, Polen und der Slowakei verarbeitet sein. Auch die Ernte und Verarbeitung von Zuckerrohr, die Crush in Australien, wurde im Dezember erfolgreich abgeschlossen.

Die stabile Verarbeitung in unseren Werken, eine leistungsfähige Logistik und die sehr gute Zusammenarbeit aller Beteiligten trugen dazu bei, dass die Kampagne sicher und effizient verlief – dafür möchte ich allen, die daran mitgewirkt haben, herzlich danken. Außerdem erfreulich: Pflanzenkrankheiten wie der SBR-Komplex traten in unseren Anbaugebieten nur regional sehr begrenzt auf. Es zeigt sich über den Konzern hinweg, dass Ertrag und Zuckergehalt überdurchschnittlich sind; die produzierte Zuckermenge fällt deshalb höher als ursprünglich erwartet aus.

Die gute Ernte trifft auf einen Markt, der weiterhin erheblich unter Druck ist. Seit Mai 2025 sind die Weltmarktpreise für Zucker gefallen – auf den niedrigsten Stand seit 2021. Hohe Ernteerträge in Brasilien, Indien, Thailand und der EU sowie Zölle und Wechselkursschwankungen verstärken den Preisdruck. In der EU drücken zwei überdurchschnittliche Ernten in Folge und eine verhaltene Verbrauchernachfrage die Zuckerpreise. Das niedrigere Preisniveau bei gleichzeitig großen verfügbaren Mengen prägt den Markt – eine substanzielle Erholung ist vorerst nicht in Sicht. Die Folge: Im laufenden Geschäftsjahr rechnen wir mit einem Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich. Aktuell gehen wir davon aus, dass die Absatzpreise zunächst niedrig bleiben, so dass wir auch für 2026/27 ein negatives Ergebnis erwarten.

Wir kennen unsere Märkte und können mit Schwankungen grundsätzlich gut umgehen. Dank einer hohen Eigenkapitalquote ist Nordzucker solide finanziert und bleibt ein verlässlicher Partner für Anbauer und Kunden. Zudem verfolgen wir eine klare Strategie: Wir stärken unser Kerngeschäft durch strukturelle Optimierung und Kostenanpassungen. Und wir setzen weiter auf Wachstum außerhalb des EU-Zuckermarktes mit Zuckerrohr und im Markt für alternative Proteine.

Unser Ziel ist, aus eigener Kraft im Geschäftsjahr 2027/28 wieder profitabel zu werden – auch in einem Szenario anhaltend niedriger Absatzpreise. Dafür werden wir unsere bereits 2025 gestarteten Optimierungsmaßnahmen ausweiten und mit einem Sofortprogramm für die kommenden zwei Jahre ergänzen. Dieses hat unter anderem zum Ziel, die Verwaltungskosten zu senken und die Werkstruktur zu optimieren. Wir erhöhen unsere Anstrengungen, den Rübenanbau und die Zuckerproduktion profitabel und attraktiv zu gestalten. Dazu gehört aber auch, nach mehreren Jahren mit sehr guten Rübenpreisen, die Rübenpreismodelle und die Mengenplanung zu überarbeiten und zu optimieren. Denn ein erfolgreiches und profitables Zuckergeschäft ist und bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe. Es zeichnet unsere Branche aus, dass alle Partner entlang der Wertschöpfungskette dazu beitragen, dass Zuckerrüben und Zuckerproduktion attraktiv bleiben und langfristig gute wirtschaftliche Perspektiven bieten.

Es grüßt Sie herzlich

Lars Gorissen, CEO

Fact
Box
Aktuelles aus der Nordzucker-Welt: Abonnieren Sie unseren Newsletter Nordzucker Post und bleiben Sie stets gut informiert.