Nordzucker Post 6/2026 - 13. Oktober 2026
Markt weiter herausfordernd: Leichte Erholung deutet sich an
Die internationalen Zuckermärkte haben sich im August spürbar bewegt. Steigende Zuckerpreise auf dem Weltmarkt und niedrigere Ernteerwartungen in Europa verändern die Marktdynamik. Gleichzeitig bleiben die wirtschaftlichen Herausforderungen der Branche bestehen. Für Nordzucker kommt es darauf an, Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz weiterhin konsequent zu stärken.
Seit August sind die internationalen Zuckerpreise deutlich gestiegen. Impulse kamen vor allem aus Brasilien und Indien: Sinkende Erträge haben die Erwartungen an die weltweite Versorgung mit Rohzucker verändert. Hinzu kommen Wetterextreme, die die Ernteaussichten in mehreren wichtigen Anbauregionen belasten. Brasilien bleibt mit seinen hohen Mengen trotz einer geringeren Zuckerproduktion als im Vorjahr ein wichtiger Stabilitätsfaktor für den Weltmarkt. Trotz eines zeitweisen leichten Preisrückgangs im Laufe des Septembers ist ein Trend zu steigenden Weltmarktpreisen erkennbar.
Europas Ernte deutlich unter Vorjahr erwartet
In Europa dämpfen vor allem Trockenheit und Hitzewellen die Erwartungen an die laufende Rübenernte. Die Europäische Kommission rechnet inzwischen mit einer Zuckerproduktion von rund 13,4 Millionen Tonnen – deutlich weniger als im Vorjahr. Betroffen sind insbesondere wichtige Anbauregionen im Süden und Westen Deutschlands sowie in Frankreich. „Die diesjährige Witterung hat unsere Anbauerinnen und Anbauer in vielen Regionen Europas vor große Herausforderungen gestellt. Umso erfreulicher ist es, dass sich die Bestände insgesamt positiv entwickelt haben und sich das Marktumfeld zunehmend stabilisiert. Für unsere Anbauregionen erwarten wir derzeit eine leicht überdurchschnittliche Ernte. Damit schaffen wir eine gute Grundlage, um unsere Kunden auch in der kommenden Kampagne zuverlässig mit den vereinbarten Mengen und Qualitäten zu versorgen. Entscheidend wird nun sein, die Ernte erfolgreich einzubringen und die Kampagne gemeinsam mit unseren Anbaupartnern und Mitarbeitenden sicher, effizient und unfallfrei durchzuführen. Die bisherigen Entwicklungen zeigen einmal mehr, wie wichtig die enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist, um auch unter anspruchsvollen Bedingungen eine hohe Lieferfähigkeit sicherzustellen“, sagt Alexander Godow, COO von Nordzucker.
Nordzucker verbessert Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität
Nordzucker setzt den eingeschlagenen Kurs fort. Anpassungen der Werkstruktur, effizientere Prozesse und eine konsequente Kostenoptimierung sollen die Widerstandsfähigkeit gegenüber Marktzyklen erhöhen und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Die solide finanzielle Basis schafft dafür den notwendigen Handlungsspielraum. So kann das Unternehmen die Transformation und strategisches Wachstum weiter vorantreiben. Zugleich zeigen die eingeleiteten Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung erste Wirkung.
„Die Marktbedingungen bleiben anspruchsvoll. Wir sehen aber erste positive Marktsignale, die sich jedoch erst mit einem zeitlichen Versatz in unseren Geschäftszahlen zeigen werden und daher einen sehr geringen Einfluss im Jahresabschluss 2026/27 haben werden. Entscheidend bleibt, dass wir unsere internen Maßnahmen konsequent umsetzen und unsere Kostenstrukturen weiter an das veränderte Umfeld anpassen. Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwarten wir weiterhin einen Verlust. Dieser wird durch Sondereffekte aus der Restrukturierung, insbesondere aus der geplanten Beendigung der Zuckerproduktion im Werk Nakskov in Dänemark, zusätzlich belastet. Zugleich sehen wir, dass unsere Maßnahmen zur Kostenoptimierung greifen und wir unsere Kostenstruktur mit langfristiger Wirkung konsequent verbessern. Dies gepaart mit ersten positiven Marktsignalen bildet die Voraussetzung in einem volatilen Marktumfeld erfolgreich zu bestehen und die Verlustzone im kommenden Geschäftsjahr aus eigener Kraft zu verlassen“, sagt CFO Alexander Bott.