Nordzucker Post 5/2026 - 23. Juli 2026
Blick ins Feld: Gute Entwicklung, weiterer Witterungsverlauf entscheidend
Die Rübenbestände in den Nordzucker-Anbauregionen haben sich seit Beginn der Aussaat bis Anfang Juli überwiegend gut entwickelt. Nach einem weitgehend erfolgreichen Feldaufgang und günstigen Wachstumsbedingungen in vielen Regionen zeigen sich die Bestände insgesamt in einem zufriedenstellenden Zustand. Die Bestandsdichte liegt vielerorts auf einem guten Niveau.
In Deutschland profitierten die Rüben vor der Hitzewelle vielerorts von ausreichenden Niederschlägen in den vergangenen Wochen. Auch in Dänemark, Schweden, Litauen und Finnland zeigen sich die Bestände überwiegend stabil. Regional stellen jedoch Trockenperioden mit wenig Niederschlägen, hohe Temperaturen oder vereinzelten Hagelschauern die Pflanzen vor Herausforderungen.
Unterschiedliche Bedingungen prägen auch die Situation in Polen. Während in einigen Regionen Hitze und Trockenheit zunächst zu Blattschäden geführt haben, beeinträchtigte andernorts ein ungleichmäßiger Feldaufgang die Bestandsentwicklung, zuletzt zeigen sich die Rüben dennoch in einem insgesamt guten Zustand.
Die bisherigen Pflanzenschutzmaßnahmen waren in allen Ländern insgesamt erfolgreich. In vielen Anbaugebieten waren bislang keine zusätzlichen Insektizidmaßnahmen erforderlich. Blattkrankheiten traten bisher nur vereinzelt auf, sodass Fungizidbehandlungen bis jetzt kaum notwendig waren.
Weiter aufmerksam beobachtet wird die Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade, die die Rübenkrankheit SBR (Syndrome Basses Richesses = Syndrom der niedrigen Zuckergehalte) überträgt. In den meisten unserer deutschen Anbauregionen sowie erstmals auch in Polen wurden Vorkommen festgestellt. Das Monitoring zeigt insbesondere in Niedersachsen eine Zunahme der Populationen und eine weitere Ausbreitung.
„Für eine belastbare Einschätzung der Ernte ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh. Die weitere Entwicklung der Bestände wird maßgeblich von den Witterungsbedingungen der kommenden Wochen sowie vom Krankheits- und Schädlingsdruck beeinflusst. Derzeit ist die Grundlage für eine gute Ernte gelegt, der weitere Saisonverlauf bleibt jedoch entscheidend,“ betont Björn Kiepe, Head of Agri Consulting & Shared Agri Services.