Nordzucker Post 1/2026 - 22. Januar 2026
Nordzucker bilanziert operativen Verlust nach neun Monaten – Maßnahmen eingeleitet
Der Nordzucker Konzern hat Ende November 2025 die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 aufgrund einer herausfordernden Marktsituation erwartungsgemäß mit einem deutlichen Umsatzrückgang und einem negativen Ergebnis abgeschlossen.
Der Konzernumsatz erreichte mit 1.817 Millionen Euro nicht das hohe Niveau des Vorjahreszeitraums (2.178 Millionen Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) reduzierte sich deutlich und lag bei minus 56 Millionen Euro nach plus 230 Millionen Euro in den ersten neun Monaten des Vorjahres.
Die Weltmarktpreise für Zucker sind seit Mai 2025 weiter deutlich gefallen und haben aktuell den niedrigsten Stand seit 2021 erreicht. Dabei verstärken hohe Ernteerträge in Brasilien, Indien und der EU sowie Unsicherheiten aufgrund von Zöllen und Wechselkursschwankungen den Preisdruck im EU-Zuckermarkt. Darüber hinaus wird ein Konsumrückgang spürbar. „Das deutlich niedrigere Preisniveau bei gleichzeitig großen verfügbaren Mengen prägt das Marktgeschehen anhaltend. Der Zuckermarkt leidet unter Überkapazitäten bei gleichzeitiger Konsumzurückhaltung“, beschreibt Alexander Godow die Situation.
Vor diesem Hintergrund rechnet Nordzucker im laufenden Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich und damit deutlich schlechteren Ergebnissen als erwartet. Alexander Bott, Chief Financial Officer erläutert: „Zuckerpreisschwankungen gehören für uns zu unserem Geschäft und wir können damit umgehen. Allerdings stellt uns die aktuelle Marktentwicklung vor besondere Herausforderungen. Entsprechend haben wir bereits Anfang 2025 und damit frühzeitig umfassende Maßnahmen zur Kostensenkung gestartet.“
Zur Sicherung der Stabilität wird das im Frühjahr 2025 begonnene Maßnahmenpaket deutlich intensiviert und um ein zusätzliches Programm mit weiteren Einsparungen in den kommenden zwei Jahren ergänzt, dessen genaue Ausgestaltung derzeit erarbeitet wird. Die geplanten Schritte betreffen insbesondere die Bereiche Verwaltungskostenanpassungen und strukturelle Optimierungen.
„Eine substanzielle Preiserholung am Zuckermarkt ist kurzfristig nicht zu erwarten. Deshalb müssen wir auch für 2026/27 mit einem Verlust rechnen. Unser Ziel ist es, aus eigener Kraft im Geschäftsjahr 2027/28 wieder profitabel zu werden – auch bei niedrigen Absatzpreisen“, so CFO Alexander Bott weiter.