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Rübenanbau & Kampagne

Die Proberodungen 2019 ließen ein eher unterdurchschnittliches Ertragsniveau erwarten. Die Kampagne selbst ist dann aber gut angelaufen.

Proberodungen

In allen Nordzucker-Ländern finden jedes Jahr zu drei Terminen im August die Proberodungen statt. Sie dienen der Abschätzung des zu erwartenden Rübenertrages in der Kampagne. Da der Zuckergehalt sich im Herbst noch extrem verändern kann, wird auf dessen Untersuchung im Sommer verzichtet. In ganz Norddeutschland findet die Beprobung auf rund 50 Feldern statt und auch auf die gleiche Art und Weise in den anderen Ländern. In diesem Jahr war – aufgrund der Trockenheit in Deutschland und Polen - auf etlichen Schlägen das Roden der Rüben von Hand echte Schwerstarbeit. Pro Feld und Termin werden übrigens rund 50 Rüben gerodet. Durch den mehrjährigen Vergleich kann man so sehr gut beurteilen, wie der Ertrag im jeweiligen Jahr einzuschätzen ist. Die Ergebnisse für Deutschland finden Sie dann im AgriPortal Consult unter „Ernte“.

 

Trockenheit zu Beginn der Kampagne

„So ein extrem trockenes Jahr mit den extrem hohen Zuckergehalten wird es so schnell nicht wiedergeben.“ Mit dieser Aussage waren sich etliche Experten am Ende der Kampagne 2018 in Norddeutschland einig. Es dauerte jedoch keine sieben Monate, dann stöhnten sehr viele landwirtschaftliche Betriebe unter der Trockenheit: auf vielen Standorten war die Getreideernte schlechter als letztes Jahr und auf vielen Betrieben war die Futter- und Maisernte absolut unterdurchschnittlich. Und auch die Rübenkampagne startet wiederum sehr, sehr trocken und auch wiederum mit extrem hohen Zuckergehalten (deutlich über 20 %). Auch das hatten viele für einen Einmaleffekt in 2018 gehalten! Bedingt durch die Trockenheit war der Ertrag auf einigen Standorten absolut enttäuschend. Hinzu kam, dass etliche Beregnungsbetriebe die Rüben nicht so intensiv beregnen wie sie gern gewollt hätten, da die Wassermenge begrenzt ist. Anders dagegen in Skandinavien: hier waren die Witterungsbedingungen (ähnlich wie in Schleswig-Holstein) deutlich günstiger, da dort im Sommer genügend Regen fiel.

 

 

Stockende Verarbeitung wegen Nässe

Ende September/Anfang Oktober schlug das Wetter dann in Norddeutschland um und in manchen Regionen fielen innerhalb weniger Tage bis zu 150 mm Regen. Dadurch musste rund um den 3. Oktober teilweise mit der Rodung der Rüben ausgesetzt werden und im Zusammenspiel mit dem Feiertag (3. Oktober) ohne Anfuhr kam es teilweise zu einer knappen Versorgung der Werke mit Rüben. Mit der Stabilisierung der Wetterlage ab dem 10. Oktober und einer langsam beginnenden Vorratsrodung scheint aber nunmehr die Versorgung aller Werke mit Rüben gesichert.

In allen Werken läuft die Kampagne nun in normalen Bahnen. Bis auf kleinere Vorfälle, die aber zu einem Kampagnebetrieb dazugehören, arbeiten alle Werke auf normalem bis gutem Niveau. Bei hohen Zuckergehalten, aber etwas niedriger als in 2018, lassen sich die Rüben gut verarbeiten.

 

 

Düngung

Während überall in den Anbaugebieten des Konzerns auf eine angepasste (nicht zu hohe) Düngung geachtet wird, stehen weite Teile Norddeutschlands vor einer besonderen Herausforderung: bedingt durch teilweise zu hohe Nitratbelastung im Grundwasser sind in Deutschland zahlreiche sogenannte „Rote Gebiete“ ausgewiesen worden. Auch wenn die Einteilung der Roten Gebiete nicht immer ganz nachvollziehbar ist, so steht Eines in jedem Fall fest: In den ausgewiesenen Roten Gebieten wird es zu einer deutlichen Einschränkung bei der Düngung, vor allem von Stickstoff und Phosphor kommen. Dieses gilt für alle Kulturarten in der Form, dass die Stickstoffdüngung um 20 % eingeschränkt werden muss. Das Angebot an Nährstoffen liegt damit oft unter dem Bedarf der Pflanzen. Die Zuckerrübe mit ihrem tief wachsenden Wurzelsystem kommt mit dieser Einschränkung noch vergleichsweise gut zurecht, da sie den im Boden vorhandenen Stickstoff sehr gut verwertet. Dennoch wird auch der Zuckerrübenanbau in den Roten Gebieten durch weitere Auflagen deutlich erschwert.

 

 

 

 

Zukünftige Herausforderungen im Rübenanbau

Allgemein ist die größte Herausforderung in den immer strengeren Auflagen nicht nur bei der Düngung, sondern vor allem beim Pflanzenschutz zu sehen. Und aus Sicht von Nordzucker und auch der Rübenanbauer ist besonders unverständlich, warum die Auflagen in allen Ländern unterschiedlich sind. So dürfen in einigen Ländern weiterhin Neonicotinoide in der Beize eingesetzt werden, in anderen Ländern wie Deutschland nicht. In Dänemark sind nur wenige Herbizide verfügbar, in Schweden und Finnland z.B. dürfen neue Herbizidsysteme eingesetzt werden, die in Deutschland bisher keine Zulassung haben. Und eine besondere Herausforderung wird der Zuckerrübenanbau ohne Glyphosat werden. Diese im Moment nur für Deutschland ab 2024 angedachte Regelung wird die Mulchsaat in Zuckerrüben deutlich erschweren und die Bodenbearbeitung intensivieren. Bleibt zu hoffen, dass die Digitalisierung einen Betrag leistet, um die Kosten im Zuckerrübenanbau im Rahmen zu halten.


 
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